Was macht eigentlich die Feuerfest-Industrie?

Wir von pektogram sind hauptsächlich in der Feuerfest-Industrie unterwegs. Kennt ihr nicht? Da geht es euch wie vielen. Dabei ist die Feuerfest-Industrie für unseren Alltag unentbehrlich. Grund genug, einmal genauer hinzuschauen, was diese spezielle Branche leistet.

Wie ihr euch denken könnt, geht es bei der Feuerfest-Industrie um hohe Temperaturen – sehr hohe sogar. Wir sprechen von weit über 1.800 Grad Celsius. Feuerfeste Werkstoffe sind die Grundlage für die Produktion von Stahl, Aluminium, Kupfer, Glas, Kalk, Zement, Keramik und Plastik. In so wichtigen Schlüsselindustrien wie der Bau- und Automobilbranche läuft ohne sie also nichts, und auch die Chemieindustrie, die Umwelttechnik, Energieerzeuger sowie Betreiber von Müllverbrennungsanlagen brauchen feuerfeste Materialien. Das macht die Feuerfest-Industrie selbst zur systemrelevanten Schlüsselindustrie.

Eine der wichtigsten Branchen der Welt

Die rohstoffgewinnenden und –verarbeitenden Unternehmen der Feuerfest-Industrie haben weltweit also eine enorme wirtschaftliche Bedeutung. Laut World Refractories Association (WAR) umfasste der globale Feuerfest-Markt 2018 rund 30 Milliarden US-Dollar. Experten gehen zudem bis 2025 von einem jährlichen Plus um mehr als 4 Prozent aus. 

Für Deutschland nennt der Verband Deutsche Feuerfestindustrie (VDFFI) folgende Zahlen:

  • Mehr als 6.300 Beschäftigte (Stand 2020) sind hierzulande in der Branche tätig.
  • Ein Umsatz von deutlich über 1,1 Milliarden Euro im Jahr macht die deutsche Feuerfest-Industrie zu einer der wichtigsten der Welt.
  • Deutschland deckt mit einer Produktion von weit über 1,2 Millionen Tonnen knapp ein Drittel der europäischen Feuerfest-Produktion ab.

Mit Abstand größter Abnehmer für Feuerfest-Produkte ist die Stahlindustrie. Rund die Hälfte der weltweit produzierten Feuerfest-Produkte wird für die Ausmauerung von Hochöfen und Konvertern eingesetzt. Diese würden bei den hohen Temperaturen der Stahlgewinnung sonst selbst schmelzen. Der nächstgrößere Absatzmarkt ist die Gießerei-Industrie.

Natürliche Ressourcen sind die Basis

Natürliche Basis für Feuerfest-Produkte sind mineralische Rohstoffe wie Bauxit und Ton. Diese werden thermisch behandelt. So entstehen feuerfeste Rohstoffe wie Sinter- und Schmelzkorund, Magnesia und Schamotte. Daneben gibt es synthetisch hergestellte feuerfeste Rohstoffe wie Edelkorund, Tabular-Tonerde, Siliciumcarbid sowie Sinter- und Schmelzmullit. Derzeit  kann der weit überwiegende Teil des deutschen Steine-Erden-Bedarfs aus heimischen Quellen gedeckt werden – noch! Denn wie bei allen natürlichen Rohstoffen auf der Welt sind die Ressourcen endlich.

Durch Recycling und Nachhaltigkeit fit für die Zukunft

Um zukunftsfähig zu bleiben, muss die Feuerfest-Industrie also Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit liefern, etwa im Bereich Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Laut DFFI gehört die Steine-Erden-Industrie mit einem Energiekostenanteil an der Bruttowertschöpfung von durchschnittlich 25 Prozent zu den energieintensiven Branchen. Gleichzeitig muss das Recycling an Bedeutung gewinnen. „Zukünftig werden Industrieabfälle wie feuerfeste Materialien eine neue alternative `Mineralressource´ bilden“, sagte der Direktor von IMFORMED – Industrial Mineral Forums & Research, Mike O’Driscoll im Gespräch mit der Interceram. Und Carol Jackson, bis vor kurzem Präsidentin der WAR, stellt sich für die Feuerfest-Industrie in 50 Jahren einen „umweltverantwortlichen Lebenszyklus feuerfester Produkte vor, der das Potenzial hat, von Anfang bis Ende abfallfrei zu sein“.

Wir von pektogram sind angetreten, diesen Prozess zu beschleunigen. Wir wollen die Rohstoffindustrie von innen heraus erneuern. Denn auf lange Sicht wird es keine Gesellschaft auf dem Planeten mehr geben, wenn Wirtschaft und Natur nicht im Einklang sind.

PS: Feuerfest-Materialien einfach erklärt hat die WAR in diesem Video: https://www.youtube.com/watch?v=wGl9FkSYFEs&ab_channel=WorldRefractoriesAssociation

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