Rohstoffe aus Deutschland – ein Schatz auf den wir bauen können!

Deutschland ist eines der führenden Industrieländer der Welt. Unser Hunger an Rohstoffen ist dementsprechend enorm. Doch wie sieht es mit der Rohstoffgewinnung im eigenen Land aus?

Im weltweiten Vergleich ist Deutschland ehrlich gesagt eher rohstoffarm. Platz eins im Rohstoff-Ranking belegt Russland. Es verfügt über die meisten Rohstoffe überhaupt, u. a. mit den größten Erdgasreserven der Welt.  Die weltweit größten Erdölreserven schlummern in Venezuela, beim Eisenerz belegt Australien einen Spitzenplatz.

Dennoch kann Deutschland in einigen wichtigen Bereichen seinen Bedarf an Rohstoffen selbst decken, vor allem den an mineralischen Rohstoffen. Hierzulande abgebaut werden Energierohstoffe (Braunkohle, Erdöl, Erdgas, Erdölgas und Grubengas), Steine und Erden, Torf, Metalle und Industrieminerale wie Stein- und Kalisalze, Kaolin, Fluss- und Schwerspat oder Quarzrohstoffe. 2019 lag der Wert dieser Rohstoffproduktion bei rund 11,4 Milliarden Euro. Demgegenüber standen 175 Milliarden Euro an Importen von mineralischen und Energierohstoffen, inklusive aller Zwischen- und nachgelagerten Produkte entlang der Wertschöpfungskette.

Bergbauland Deutschland

Massenmäßig stellen Kiese, Sande und Natursteine den größten Anteil der Rohstoffproduktion in Deutschland dar. Verwendet werden sie zu 95 Prozent in der Bauindustrie. Eine weitere wichtige Rolle spielt die deutsche Salzindustrie, immerhin die größte in der EU. 2017 wurden allein 6,5 Millionen Tonnen Steinsalz und rund 8 Millionen Tonnen Kochsalz gewonnen. Dabei ist Salz ein wichtiger Grundstoff für verschiedenste Werkstoffe. Benötigt wird es zur Herstellung von Kunststoffen, Glas und Aluminium. Oder es wird mittels Elektrolyse in Natronlauge und Chlor aufgespalten. Letzteres ist ein wichtiger Bestandteil vieler Kunststoffe, wird zur Wasseraufbereitung und -desinfektion verwendet und bei der Herstellung von Farben, Lacken, Pflanzenschutz- und Arzneimitteln.

Das alles macht Deutschland zu einem wichtigen Bergbauland. Im Jahr 2019 war es bei Braunkohle der zweitgrößte, bei Rohkaolin der drittgrößte, bei Steinsalz (inklusive Siedesalz und Sole) der viertgrößte und bei Kalisalz der fünftgrößte Produzent weltweit.

Anders sieht die Situation bei den Metallen aus. Nur noch sehr geringe Mengen an Kupfer, Silber und Gold stammen aus deutschen Lagerstätten. Alle anderen Metalle müssen entweder importiert oder aus Schrotten zurückgewonnen werden. Damit ist ihre Beschaffung für den Industriestandort Deutschland eine große Herausforderung. Denn Eisen und Co. werden nicht nur in der Stahlindustrie gebraucht. Vor allem Edelmetalle und Seltene Erden sind für die Elektroindustrie unverzichtbar. Das alles schafft Abhängigkeiten, nicht selten von Ländern, die ihre Monopolstellung in der Produktion der wichtigen Rohstoffe ausnutzen können oder in denen instabile politische Zustände herrschen.

Einen großen Schatz an Rohstoffen heben wir derzeit noch nicht ausreichend: den der recycelten Sekundärrohstoffe. Rund 16.000 Kilogramm Rohstoffe verbraucht jede:r von uns pro Jahr. Davon stammen nur magere zwölf Prozent aus dem Recycling. Dabei wäre eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft nicht nur gut für die Umwelt. Sie würde uns auch ein Stückchen unabhängiger und die Rohstoffbeschaffung sicherer machen.

Rohstoffindustrie muss sich transformieren

Zugegeben, Rohstoffbeschaffung und –kreisläufe sind ein sehr komplexes Thema. Aber es betrifft uns alle. Ohne den sicheren Zugang zu Rohstoffen geht nichts. Wir müssen daher sorgsam mit unseren natürlichen Ressourcen umgehen. Eine Schlüsselrolle spielt hier die Rohstoffindustrie. Sie muss schnell auf die Herausforderungen unserer Zeit reagieren. Sie muss sich transformieren. Wir von pektogram möchten diesen Prozess mit unseren Ideen für neue Geschäftsmodelle und Digitalisierung unterstützen und Tempo machen bei der Transformation. Wir wollen die Rohstoffindustrie von innen heraus umkrempeln, um gemeinsam einen weiteren großen Schatz zu bergen: Das Potenzial, das im verantwortungsvollen Umgang mit unseren Rohstoffen steckt – für eine lebenswerte Welt für alle.

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